Grüsse aus Kabul VII
Keine Entführung, keine Bombe, auch nicht der von E. Jünger so gerühmte “saubere Schuß in den Hinterkopf”. Alles war friedlich, so friedlich eben, wie es in Kabul sein kann. Ich glaube, ich hatte nicht nur Glück, vor Ort sieht es immer ein wenig anders aus, als in den Nachrichten.
An meinem letzten freien Vormittag konnte ich den Fahrer des Hotels bekommen. Wir sind einfach durch die Gegend gefahren. Ich bin immer mal wieder ausgestiegen und habe fotografiert. Das ist doch das schönste, einfach Bilder jagen gehen. Als moderner Künstler habe ich natürlich ein schlechtes Gewissen, so ohne Konzept und theoretischen Überbau, einfach planlos rum zu knipsen. Anderseits was gibt es schöneres als sich von der Wirklichkeit überraschen zu lassen, mal alle Meinungen beiseite schieben und staunen.
Ihr steht jetzt kurz vor der Eröffnung, seit sicher schon aufgeregt und ich muß noch vier Stunden auf meinen Flug warten. Zeit die letzten Bilder zu sortieren und während ich gegen den Schlaf kämpfe mich darüber zu wundern, wo ich gerade gewesen bin. Kommt mir schon wieder alles so unwirklich vor. Gut, das ich fotografiert habe, sonst würde ich nicht glauben, dort gewesen zu sein.
Freitag ist ja so was wie unser Sonntag. Die Menschen sind freundlich und der nächtliche Regen hat auch die Luft gesäubert.

Der hübsche kleine Kanal in der Mitte des Weges riecht gar fürchterlich und ist häufig verstopft. Atemschutz für Europäer sehr zu empfehlen.
Kinder gehen Wasser holen. Sieht nett aus, da sie das aber immer tun müssen, und dazu noch einiges andere mehr, können sie nicht zur Schule gehen.

Obwohl Freitag ist, die Geschäfte stehen niemals still.



Mein letztes Bild aus Kabul.





























