Grüsse aus Freetown / Sierra Leone

Schulweg
Derzeit bin ich in Sierra Leone um ein NGO Schulprojekt fotografisch zu dokumentieren. Mein Freund Stephan unterstützt das Projekt finanziell und hat mich eingeladen, uns das Projekt vor Ort anzusehen. Mit uns gestern angereist ist Frau Göbel aus Berlin von dem Verein, der die Spenden hierhin weiterleitet. Begleitet werden wir von Shannoh Kandoh, Günder der beiden Schulen, und einem Fahrer. Der erste Tag ging mit Frühstück um 7 los, war heiß (wer hätte das gedacht?) und viel zu eindruckvsoll, um einen halbwegs reflektierten Beitrag zu schreiben.

In Rokel bei Freetown
Wir befinden uns in einem der allerärmsten Länder der Welt aber gleichzeitig in einer nahezu paradisischen Kulisse. Wir wohnen in der Hauptstadt Freetown auf der östlichen Seite – Blick aus dem Hotelfenster auf Palmen und Meer. Die Schule, die wir heute besucht haben, liegt in Rokel, etwas westlich von Freetown, so dass wir heute viel Zeit im Auto verbracht haben um quer durch die Stadt und mit einen Schlenker über die Deutsche Botschaft und über traumhafte Natur die Schule zu erreichen. In der Schule enstanden viele „süße“ und Gott sei Dank auch ein paar richtig gute Kinderfotos, die ihre Aufgabe - Spenden für das Projekt zu aquirieren - hoffentlich erffüllen werden. Erstaunlich die Ernsthaftigkeit der Kinder (alle um die 6) zu Beginn, später war dann vor lauter Blödsinnmachen und Ichwillauchnochaufsbild nur noch ein lustiges Tohuwabohu.

In Rokel bei Freetown
Im benachbarten Dorf dann große Tauer. Ein Kind ist ertrunken. Man sagt uns, es sei beim Holzholen gewesen und von Fischern angeheißen worden, aus irgendeinem Grund ins Wasser zu springen. Warum es dann keiner gerettet hat und was das ganze sollte, bleibt ungeklärt. Shannoh sagt, eine typische Folge von Kinderarbeit und wie hier teilweise mit Kindern umgegangen wird. Betreten laufen wir weiter.
Im nächsten Dorf ein großes Hallo – vom Imam bis zum Ortvorsteher sind alle gekommen um uns Bananen zu überreichen. Es folgt eine Art „Öffentliche Gemeindesitzung“ – der einzige Brunnen im Dorf funktioniert nicht, Schulen sind super, aber erst mal müsse man Wasser haben. Es folgt eine lebhafte Diskussion, Shannoh macht deutlich, dass er und wir hier seien, um die Schule voranzubringen und bemängelt Eigeninitiative hinsichtlich des Brunnens. Irgendwann brechen wir auf, viele winkende Hände verfolgen uns.

Trügerische Romantik. Im Wasser schwimmt eine Kinderleiche.

Zurueck nach Freetown

















